Bodenabbau Flussinsel RuschsandEine Flussinsel im WandelWandel der (Ge-) Zeiten.

Die Inseln der Unterweser, die „Sande“, waren über Jahrhunderte der Dynamik des Tidestromes ausgesetzt und stellten sich ständig verändernde Lebensräume dar. Mit der Eindeichung der Sande im 19. Jahrhundert wurde diese Dynamik über Jahrzehnte unterbrochen. Die Weserinsel „Ruschsand“ war weitestgehend von der Tide abgetrennt und wurde als Extensiv- und Intensivgrünland genutzt.

Der Ruschsand liegt seit 2004 im gemeldeten tidebeeinflussten FFH-Gebiet „Nebenarme der Weser mit Strohauser Plate und Juliusplate“. In Kooperation mit den Behörden wurden die Schutz- und Erhaltungsziele für das Teilgebiet Ruschsand konkretisiert und Leitbilder für die Wiederherstellung eines naturnahen, von Ebbe und Flut geprägten, vielfältig strukturierten Flussunterlaufs entwickelt.

Struktur des Projektes

Leistungsumfang: Leistungsphasen 1 bis 5, 6 bis 8 (Mitwirkung)

  • Kartierung der Vegetation u. Biotoptypen
  • Naturschutzfachliche Leitbildentwicklung
  • FFH-Verträglichkeitsprüfung
  • Umweltverträglichkeitsprüfung
  • Landschaftspflegerischer Begleitplan
  • Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag
  • Boden- und Abbauplanung, Herrichtungsplanung nach Kleiabbau
  • Zusammenstellung des Antrags auf Planfeststellung
  • Ausführungsplanung Bodenabbau, Wasser- und Deichbauwerke (Sommerdeich)
  • Umweltbaubegleitung (UBB)

Besonderheiten

Insgesamt konnten mit der Maßnahme auf ideale Weise die Belange des Küstenschutzes mit denen des Naturschutzes verbunden werden.

Neben der Gewinnung von deichbaufähigem Klei für den Küstenschutz, war die Anbindung der Insel an die Tidedynamik als Ziel definiert. Nach der Kleientnahme entstanden durch die Verbindung von vorher eingedeichten Bereichen mit dem Tidesystem der Unterweser auf rund 14 ha Süßwasser-Flusswattbereiche. Diese Bereiche sind an der Unterweser kaum noch anzutreffen und bilden ein wertvolles Habitat für nahrungssuchende Wasser- und Watvögel, seltene Fischarten und Pflanzen. Diese Flächen entwickeln sich im Rahmen der natürlichen Dynamik der Unterweser, so dass sich unter dem regelmäßigen Gezeiteneinfluss eine natürliche Gewässermorphologie einstellt.

In Bereichen, die zum Schutze einer Pipeline und der landwirtschaftlichen Nutzung durch einen neu anzulegenden Sommerdeich weiterhin von der Tide abgetrennt bleiben mussten, kam es zu einer Vergrößerung eines vorhandenen Stillgewässers und der Schaffung von prioritären FFH-Lebensraumtypen der Auwälder. Die in der Maßnahmenflächen vorkommende Charakterpflanze der Stromtäler, die Schachbrettblume, wurde im Vorfeld auf der Insel erfolgreich in andere Bereiche umgesiedelt.

Wie wird gearbeitet?

Die Bearbeitung erfolgte nach den Leistungsphasen gemäß HOAI. Gemäß Plangenehmigung bedarf eine solche Baumaßnahme der ständigen und durchgehenden naturschutzfachlichen Begleitung. Diese Aufgaben der ökologischen und bodenkundlichen Baubegleitung wurden unter Berücksichtigung der naturschutzfachlichen Ziele durch die PGG mit Baubeginn in 2016 übernommen.

  • Auftraggeber:in

    I. Oldenburgischer Deichband

  • Planungsumfang

    ca. 35 ha

  • Bearbeitungszeitraum

    2010-2021

  • Geotechnische Beratung

    Grundlabor Bremen

  • Beteiligte Fachplaner:innen

    NLWKN Brake-Oldenburg

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